Warum Unternehmer mehr Zeit in die Marke investieren sollten

Daniel Zanger
January 22, 2019
#branding
5
min

Wie schaffst du es heutzutage mehr Menschen zu erreichen und für dein Unternehmen zu gewinnen? Hast du schon mal ein YouTube-Video geöffnet und dich auf das Werbevideo gefreut, das du jetzt zum 50. Mal gezeigt bekommst? Die meisten Werbungen funktionieren durch Penetration. Man wird gezwungen, sie immer und immer wieder zu konsumieren und natürlich merkt man sich so die Marke irgendwann. Doch das ist für die meisten Menschen ziemlich nervig. Vor allem da es Optionen gibt, diesem Theater zu entgehen.

Wir zahlen alle Schutzgeld und bemerken es gar nicht

Wie ist es dazu gekommen, dass wir dafür zu bezahlen, KEINE Werbung sehen oder hören zu müssen? Wie krank ist das? Wir zahlen, um nicht belästigt zu werden. Man denke an Spotify, oder nun YouTube Premium, wo man im Abo den Inhalt werbefrei genießen kann. Damit ist klar: Werbung nervt. Bestimmt werden jetzt einige laut aufschreien und sagen: “Aber es gibt auch gute Werbung!”. Und das stimmt sicherlich.

Doch was ist die Lösung?

Wie kann man dann dennoch seine Produkte und Leistungen verkaufen? Irgendwie muss man doch seine potentiellen Kunden erreichen.

“More content, more brand. That's how you grow.”
Gary Vaynerchuk

In einem Interview mit Gary Vaynerchuk erklärt ein Unternehmer, was sie derzeit machen und fragt: “In was sollen wir unser Marketing-Budget künftig investieren, um wachsen zu können?” Seine Antwort:

“You're in sales. You have to get into the brand business not only into the sales business.”

Was er damit meint? Auf jeden Fall müssen Unternehmen weiterhin Werbungen zeigen und ihre Produkte und Services verkaufen. Aber das Budget muss sich weg von TV, Print und Web-Bannern, hin zu der Kreation wertvoller Inhalte und dem Fokus auf den Markenaufbau bewegen. Die Zeit hat sich gewandelt und die Botschaft verändert sich von “Kauf das!” zu “Das ist der Grund, warum wir das machen.”

Kürzlich hat mir ein Agentur-Inhaber erzählt, dass Kunden oft enttäuscht sind, weil teure Werbekampagnen nicht so erfolgreich waren, wie erhofft. Meistens liegt es einfach daran, dass die Markenpersönlichkeit – die Markenbotschaft – fehlt. Das “Warum” der Marke. Die Frage muss sein: Warum sollte man das Produkt von dieser Marke kaufen?

Aber Achtung! Wir sprechen nicht vom Kundennutzen oder welche Vorteile das Produkt hat, sondern von: Warum bietet das Unternehmen das an?

Warum vertrauen Kunden gewissen Marken?

Heutzutage einen USP für ein Produkt zu finden, ist meist schwierig. Und wenn doch, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz aufgeholt hat. Wenn Produkte und Services dem Kunden ähnlich erscheinen, warum sollte er dann für das eine mehr bezahlen?

Microsoft und Apple verkaufen Computer. Glaubst du wirklich, dass die Produktion für Apple dreimal so teuer ist? Oder hat Apple vielleicht Zugang zur besseren Technologie, zu besseren Talenten, Erfindern oder Agenturen? Eher nicht. Was Apple unterscheidet ist das Markenfundament, das sie aufgebaut haben. Apple spricht nicht viel über Technologie. Sie reden darüber, warum es Apple eigentlich gibt:

“We believe in challenging the status quo. We believe in thinking differently. The way we challenge the status quo is by making our products beautifully designed and user-friendly. We just happen to make great computers.”

In den Anfängen hat sich Steve Jobs nicht mit den vorhandenen Ressourcen zufrieden gegeben. Andere kauften aktuelle Bauteile und konstruierten sie zu einem Produkt. Steve hatte Visionen und forderte die Hersteller heraus, diese wahr zu machen. Kunden fühlen sich mit dieser Einstellung emotional verbunden. Wie stark, das erfährst du, wenn du versuchst, einem Apple Kunden ein neues Produkt auszureden. Bitte nicht zuhause nachmachen.  

Wie du das Vertrauen der Kunden gewinnst

“Brand is a service, product, company, or person with a soul that is attractive & smart.”

Fabian Geyrhalter, Finien. www.finien.com

Wir alle haben Freunde, die dieselben Werte und ähnlichen Interessen vertreten. Genau so ist es bei Marken, die wir mögen. Kunden wollen zusätzlich zu einem einfachen, unterhaltsamen oder hochwertigen Produkt auch eine emotionale Bindung aufbauen. Die meisten Unternehmen erzählen von den Vorteilen und Eigenschaften ihrer Produkte, vergessen dabei oft komplett auf das “WARUM”. Sie reden über Fakten und erklären, was sie von der Konkurrenz unterscheidet oder besser macht.

Dabei wäre es so einfach. Marken, welche sich wirklich um ihre Mitarbeiter und Kunden sorgen, erzielen bessere Ergebnisse und gewinnen Menschen für sich. Schlussendlich sind die einzigen, die dein Angebot bewerten können, deine Kunden. Vielleicht macht es also Sinn, genau mit diesem Punkt zu starten. Was machst du, um deinen Kunden noch ein bisschen mehr zu bieten?

Long story short

Solange es sich ein Unternehmen leisten kann, funktioniert die Werbung möglicherweise auch ohne Markenfundament. Ohne Markenpersönlichkeit. Ohne echtem Mehrwert und emotionaler Bindung. Doch es ist nur eine Frage der Zeit bis sich, zum Beispiel, auch Social Media-Werbung nicht mehr lohnt.  

Wie du deine Marke stärken kannst

Starte mit deiner Basis: deinem “WARUM”. Gehe zurück und frage dich selbst, warum du das Unternehmen gegründet hast. Am besten ist es, alles zu notieren, was dir einem in den Sinn kommt. Du wirst sehen, nach ein paar Minuten fällt dir immer mehr und mehr ein. Und du wirst verstehen, dass sich der eigentliche Grund in deinem Leben wiederholt. Du hattest ihn wahrscheinlich schon in deiner Jugend. In diesem Artikel beschreibe ich dir wie du dein "Warum" findest.

Einfacher und zielführender gelingt dies mit einem Partner. Wir erarbeiten dies mit unseren Kunden und leiten sie zu ihrem persönlichen “WARUM”. Oder du holst dir jemanden zur Unterstützung, der dich kennt - aber aufgepasst: zu gut sollte er dich nicht kennen, denn sonst passiert es schnell, dass er/sie dich unbewusst beeinflusst, weil er dir versucht, zu helfen.

Wenn du noch tiefer in dieses Thema eintauchen willst, dann empfehle ich dir diesen Link zu Simon Sinek’s Webseite: www.startwithwhy.com

Die ersten Schritte zu deiner Markenpersönlichkeit

Bevor du also voreilig los rennst, solltest du ein paar Dinge verstehen und herausfinden.

Fazit

Um langfristig eine starke Marke aufbauen zu können musst du:

  1. heraus finden wer du (bzw. die Marke) bist und was dich ausmacht.
  2. definieren wer deine Zielgruppe ist und was deren Wünsche sind.
  3. ehrliche und vor allem nützliche Inhalte für deine Zielgruppe schaffen und verbreiten.

Und all das beginnt in deinem Basislager – dem Markenfundament. Hast du es einmal eingerichtet, dann kannst du für alle zukünftigen Herausforderungen immer wieder darauf zurückgreifen. Sei es für das Corporate Design, Re-Design, für Marketingmaßnahmen, Produkt- und Serviceentwicklungen, Mitarbeiter, oder alles andere, was du sagst und tust. Und wie du es sagst und tust.

„Mehr Inhalt, mehr Persönlichkeit.“

Wenn dir das ein wenig hilft, dann bleib dran und folge uns.
Schreib uns gerne eine E-Mail und teile deine Erfahrung mit uns.

Daniel Zanger

Daniel ist Markenstratege, Designer und Lektor an der Fachhochschule Technikum Wien Academy. Er hat zuvor als Art Director und User Interface Designer für diverse Agenturen und namhafte Marken in Deutschland gearbeitet.