Was ist ein Design Sprint?

Verena Schmied
September 7, 2018
#business
4
min

Wie der Produktlaunch schneller und besser gelingt.

Ob Unternehmen oder Agentur, sicherlich kennst du diese Situation. Du hast eine Idee, du möchtest ein neues Produkt entwickeln oder hast ein Problem, das deine Kunden regelmäßig an dich herantragen.

Daraufhin folgen Brainstormings, Teammeetings und schlussendlich bleiben die Sachen oftmals hängen, es fehlt die Zeit, diese anzugehen oder man verzettelt sich in endloses Blabla und Diskussionen. Ich finde, das geht besser und habe mich auf der Suche nach neuen Produktdesign-Prozessen gemacht.

Der Design Sprint

Ein Design Sprint ist ein agiler Produktdesign-Prozess und dauert vier bis fünf Tage. Diese bauen aufeinander auf und beinhalten folgende Phasen: Routenplan erstellen, Ziele definieren, Lösungsideen skizzieren, Prototyp bauen und Test durchführen. Die Methode entwickelte Jake Knapp für Google und Google Ventures, wo der Sprint-Prozess seither erfolgreich eingesetzt wird.

Effizienz und Optimierung in der Designbranche

Optimierung ist ein Wort, das mich mein ganzes Leben begleitet. Und ich sehe es als absolut positives Wort. Ob als Prüfungskoordinatorin, Chefsekretärin oder Public Relations-Consultant – herausragendes Self-Management oder Selbstorganisation war immer gefragt. Diese Eigenschaft wurde mir irgendwie in die Wiege gelegt. Es macht mir einfach Spaß, Prozesse zu verbessern, zu optimieren und – vor allem – schneller ans Ziel zu kommen.

Für meine Herausforderungen bei mindly und als selbständige Unternehmerin sind dies grundlegende Eigenschaften für ein nachhaltiges und erfolgreiches Business. Gerade in der Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen braucht es diesen „Drive“, diese Zielstrebigkeit, den Fokus auf eine Sache, um Ideen schneller zu launchen. Schließlich hängt dein und mein Business davon ab.

Daniel und ich fokussieren uns sehr auf das Thema „Effizienz in der Designbranche”. Es gibt unzählige Projektmanagement-Tools, Brainstorming-/Ideen-Findungsmethoden, aber irgendwie fehlte mir oft ein roter Faden.

Design Sprint: die neue Produktdesign-Methode

Dann sind wir auf das Buch „Sprint – Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst“ von Jake Knapp, John Zeratsky & Braden Kowitz gestoßen. Schon die ersten Seiten sprachen mir aus der Seele: ziellose Gruppen-Brainstormings ohne Ergebnis, man dreht sich im Kreis, tolle Ideen landen zwar auf Papier aber dann wieder in der Schublade, Probleme werden diskutiert und nicht gelöst.

Jake Knapp & Co setzten sich über Jahre mit der Prozessoptimierung auseinander, nach vielen Versuchen war die Idee des Design Sprint-Prozesses geboren und sie entwickelten die neue Methode. Sprint ist das treffende Wort, weil alles in nur einer Woche komprimiert abläuft. Klingt intensiv, ist es sicherlich. Aber man hat auch Spaß, kann alleine und gemeinsam arbeiten und findet Lösungen. Erfolgsrezept ist und bleibt aber das Testen von Produkten.

Ziel der Design Sprint-Woche ist es, einen realistischen Prototypen zu bauen und von der Zielgruppe testen zu lassen.

Design Sprint: meine Anfänge

In 4-5 Tagen eine wirkliches Ergebnis zu haben? Wirklich? Kann das funktionieren? Zugegeben, ich war skeptisch am Anfang.

Nachdem wir das Buch gelesen hatten, absolvierten wir zusätzlich die Design Sprint Masterclass von AJ&Smart. Die Design Sprint-Agentur hat zusammen mit Jake Knapp den Prozess verkürzt: Design Sprint 2.0. In der Masterclass sind alle Übungen und Abläufe bis ins Detail erklärt und offen gesagt: Ich bin begeistert! Nach jeder Einheit haben Daniel und ich die einzelnen Schritte gemeinsam besprochen, diskutiert, festgehalten, für uns verfeinert, in eigene Worte gebracht und ein eigenes Script verfasst. Bei einigen der komplexeren Übungen war das auf jeden Fall ein großer Vorteil.

Das Konzept ist plausibel aufgebaut und hilft jedem, ein Problem strukturiert und mit einem Leitfaden anzugehen. Genau mein Ding! Jetzt wusste ich: Es funktioniert!

Warum Design Sprints die Zukunft sind

1. Struktur und zeitliche Begrenzung

Jeder Tag ist genau strukturiert und die Aufgaben haben eine zeitliche Begrenzung. Dieser positive Zeitdruck ist notwendig, um nicht in alte Muster zu verfallen. Es mag am Anfang etwas ungewohnt sein, bringt einen aber wirklich weiter. Wie die Design Sprint Woche aufgebaut ist, erzähle ich euch in einem separaten Blog-Artikel.

2. Es geht nicht darum, mega-kreativ zu sein

Montag Morgen 9 Uhr. Am Kalender poppt die Erinnerung für das Teammeeting auf. Erste Schweißperlen stehen auf der Stirn. Das Gefühl von Anspannung und Nervosität durchfährt einen. Ein neues Team, neue Kunden, neue Projekte und, vor allem, die Erwartung, abzuliefern. Der Sprint schafft, den Rahmen/die Möglichkeit kreativ zu werden und es geschieht von ganz alleine. Beim Storyboarding und Prototyping geht es darum, einen realistischen – aber nicht unbedingt 100% perfekt designten – Prototypen zu erschaffen. Es ist alles machbar! Aber der Design Sprint verlässt sich nicht darauf.

3. Testing

Am letzten Tag der Woche geht’s an das Eingemachte. Was denkt deine Zielgruppe über dein neues Produkt? Versteht es seine Anwendung? Oder sind sie total überfordert? Zugegeben, ich hatte hier meine Schwierigkeiten. Kann ein, an nur einem Tag erstellter, Prototyp das leisten? Und ich war erstaunt, denn es genügt, um aussagekräftige Resultate zu gewinnen. Bereits mit fünf Testpersonen lassen sich Muster erkennen und herausfinden, ob die Richtung stimmt. Dieser Punkt ist wohl der wichtigste im ganzen Design Sprint. Er ist entscheidend, weil er aufzeigt, ob dein neues Produkt, die Website/App oder Dienstleistung künftig funktionieren kann.

Worin ich die Herausforderungen sehe

1. Zeit-Investment

Sich vier Tage wirklich Zeit für einen Sprint zu nehmen, kann schon schwierig sein. Überleg’ mal, wie viel Zeit du möglicherweise schon investierst hast. Monate, vielleicht sogar Jahre? Dann erscheint eine Woche doch wenig, oder?

2. Ein Design Sprint ist nicht für alles geeignet

Es gibt Projekte, die einfach zu klein oder zu spezifisch sind und welche, bei denen du die Entscheidung alleine treffen kannst. Wähle ein großes Problem, bei dem viel auf dem Spiel steht, die Zeit knapp ist oder bei dem du nicht weiterkommst.

3. Die Anwesenheit des Entscheiders

Der Entscheider in einem Design Sprint ist die Person, deren Entscheidungen das größte Gewicht haben und richtungsweisend sind. Fehlt diese Person beim Sprint, wählt das Sprint-Team möglicherweise eine Lösung aus, die der Entscheider, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht nicht ausgewählt hätte. Deshalb macht ein Sprint nur Sinn, wenn der Decider dabei ist. In unseren FAQs gehen wir außerdem auf die Rolle des Entscheides ein.

Mein Fazit:

Der Design Sprint ist eine intensive und extrem produktive Methode, Ideen zu finden und Lösungen zu testen. Er eignet sich für Unternehmer, Designer, Marketer, Produktentwickler, Gründer und Start-ups aller Branchen. Er spart Zeit und Geld in allen Bereichen.

Überlegst du einen Design Sprint zu machen?

Dann schreib’ uns einfach per E-Mail oder lass’ uns telefonieren!

Hilfreiche Links

Wo und wie alles begann – Design Sprints bei Google Ventures

Das Buch von Jake Knapp: Sprint Buch Webseite

Verena Schmied

Verena ist Werbetexterin, Marketing und Public Relations Consultant und hat für diverse namhafte Agenturen in Deutschland und internationale Marken gearbeitet.