Wie entsteht ein Corporate Design?

Daniel Zanger
August 10, 2018
#corporatedesign
5
min

Wir erstellen Logos und Corporate Designs für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiter. Doch wie läuft das genau ab? Und welchen Einfluss haben unsere Kunde auf das Ergebnis?

Wir arbeiten an und mit Marken. Kreativität spielt dabei natürlich eine große Rolle, jedoch ist es auch wichtig eine Struktur einzuhalten, die ein erfolgreiches Projekt garantiert. Darum haben wir ein System entwickelt, welches uns hilft, gemeinsam mit dem Kunden, Schritt für Schritt ans Ziel zu kommen. Und das ist für beide Seiten genauso entlastend wie wertvoll.

Die Abläufe

Über die Jahre haben wir unsere eigene Arbeitsweise entwickelt. Wir glauben an eine strukturierte und intensive Zusammenarbeit zwischen Agentur und Kunde. Das bedeutet nicht, dass unsere Kunden die ganze Arbeit machen. Es heißt, dass wir Kunden von Beginn mitentscheiden lassen und uns so Stück für Stück an das finale Ergebnis herantasten. So gibt es keine bösen Überraschungen und wir verschwenden nicht unnötig Zeit.

1. Kennenlernen

Bevor es losgeht, lernen wir unsere Kunden persönlich oder über eine Videokonferenz kennen. Wir reden über Erwartungen, Wünsche, Ideen und finden so heraus, was benötigt wird und ob wir dafür die richtige Lösung haben.

2. Markenstrategie-Workshop

Markenstrategie Workshop Brand Identity Agile Design

Ein Kunde meinte einst: „Hätte ich das vor einem halben Jahr gewusst, dann hätte ich mir viele Monate erspart.“ Die Basis unseres Markenstrategie-Workshops stammt von einer namhaften und erfolgreichen Designagentur aus Kalifornien (TheFutur), unserer eigenen Expertise und Techniken aus der Google Design Sprint Methode. Wir erarbeiten in 2 Tagen den Grundstein der Marke, womit wir dann in Folge mit dem Design starten können.

Ich finde diese Arbeitsweise deshalb so sinnvoll, weil ich es auf Unternehmensseite schon ganz anders erlebt habe. Einige Agenturen lieferten voreilige Lösungen und erklärten uns, was das Beste für uns sei ohne sich wirklich intensiv mit uns und unserem Produkt auseinandergesetzt zu haben. Andere lieferten nach wochenlangem Designen, Entwürfe die unseren Vorstellungen nicht entsprachen. Darum startet jedes Branding Projekt mit einer Strategie Phase, weil es im Endeffekt viel Zeit und Kosten spart.

2.1 Markenwerte

Im ersten Teil finden wir gemeinsam die wesentlichen Eigenschaften der Marke und formulieren ein Mission Statement. Das kennst du vielleicht schon, doch ich fand es immer extrem schwierig, gute Mission Statements zu verfassen, die auch eine klare Aussage haben. Dieser Leitsatz hilft Unternehmern, uns als Agentur und allen anderen, die heute oder künftig mit oder für dein Unternehmen arbeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen.

2.2 Zielgruppe

Bei der Definition der Zielgruppe geht es nicht um Genauigkeit oder intensive Studien. Es geht mehr darum, einen Weg festzulegen, auf den wir uns fokussieren. Nicht selten kann sich das Produkt oder auch die Zielgruppe verändern. Wir legen also fest, wer die Kunden sind, wo sie sich gerade im Leben befinden und was deren Bedürfnisse sind.

Hier entstehen die ersten Ideen für Lösungen. Was benötigen wir, um die Bedürfnisse zu erfüllen? Was muss unsere Webseite leisten? Ist unser Service ausreichend? Das auf Papier zu bringen, ist wichtig für alles Weitere.

2.3 Next Steps

Wenn ein Unternehmen erst gegründet wurde und/oder man noch nicht genau weiß, was man zuerst machen soll, dann macht dieser Teil des Workshops besonders Sinn. Wir erarbeiten gemeinsam mit dem Kunden die nächsten, effizientesten Maßnahmen und definieren Ziele für weitere Schritte.

Es geht darum, herauszufinden, wie das Unternehmen Aufmerksamkeit erregen kann. Mit welchen Produkten, Services und Modellen wird Umsatz erzielt. Und ob es Wege gibt, um noch effizientere Lösungen anbieten zu können. Sei es für interne Prozesse oder die Verbesserung des Webservices.

3. Design-Prototyp (Stylescapes)

Corporate Design erstellen Moodboard Stylescape im Design Thinking Prozess

Unter einem Stylescape verstehen wir ein erweitertes Moodboard. Mit einem “regulären” Moodboard erschafft man, wie der Name schon sagt, eine Stimmung. Dabei erkennt man aber noch keine Richtung oder Elemente der eigenen Marke.

Mit den erarbeiteten Elementen aus dem Workshop sind wir in der Lage nach konkreten, visuellen Lösungen für das Unternehmen zu suchen. Auf dem Design-Prototypen gestalten wir die relevantesten Medien für das Unternehmen (Print und Web) und stellen sie anschaulich auf einer Fläche dar.

Corporate Design Prototypen gestalten

Dabei erkennt man erste Logo-Entwürfe, Schriften, Farben, Design-Elemente, Icons und ähnliches enthalten: einen Corporate Design-Entwurf. Hier sieht man ganz gut, dass eine Marke nicht nur aus einem Logo besteht. Es geht um den Gesamteindruck, um die Sprache, den visuellen Eindruck. Dies ist ein magischer Moment, denn hier bekommt man zum ersten Mal seine eigene Marke zu sehen. Wir nehmen alle Elemente unter die Lupe und besprechen gemeinsam, an welchen Punkten wir noch arbeiten sollten.

4. Logo Design und Corporate Design

Markenfuehrung Logo Design erstellen

Wir haben nun also schon einen klaren Blick, wie die neue Brand wirken wird. Nun kann es mit den Details losgehen.

Die Anforderungen am Design richten sich stark nach dem Produkt und der Branche. Muss das Logo als kleines Icon funktionieren (denken wir nur an Youtube, Facebook und Co.), wird es auf Beanies gestickt, oder soll man es von großen Entfernungen auf Plakaten, Citylights oder in Stadien erkennen?

Styleguide

mindly Brand Book – Markenhandbuch Styleguide

Das Corporate Design wird ausgearbeitet und in einem Styleguide festgehalten – einem Handbuch für die richtige Anwendung und Darstellung der Marke. Der Styleguide dient auch als Vorlage und Briefing für weitere Projekte, er wächst mit der Marke und kann bei Veränderungen im Unternehmen angepasst werden. Man verwendet ihn auch als Vorlage für neue Produkte, Leistungen und als Leitbild für neue Mitarbeiter.

Weitere Umsetzungen

Webdesign: Auf Basis des Corporate Designs die Webseite gestalten

Ein erstes Look & Feel für weitere Projekte wie die Geschäftsunterlagen, Webseite oder Social Media Maßnahmen haben wir mit dem Design-Prototypen bereits geschaffen. Ihr könnt euch nun mit dem Design-Prototypen und dem Styleguide als Vorlage, selbst an die Umsetzung machen. Oder wir vermitteln euch auch gerne an unsere diversen Partner, wenn ihr die Projekte extern umsetzen möchtet.

Hilfreiche Links

Weitere Informationen zu unserem Service: Corporate Design Sprint

Die Google Design Sprint Methode 2.0 von AJ&Smart

Wie erstellt man Stylescapes von TheFutur

Daniel Zanger

Daniel ist Markenstratege, Designer und Lektor an der Fachhochschule Technikum Wien Academy. Er hat zuvor als Art Director und User Interface Designer für diverse Agenturen und namhafte Marken in Deutschland gearbeitet.